Baustoff Lehm

 

Der Baustoff Lehm

Lehm ist ein Gemisch aus Ton, Feinsand (Schluff) und Sand; größere Steine sowie organische Materialien können enthalten sein. Im Lehm wirkt der Ton als Bindemittel. Feinsand (Schluff), Sand und Kies sind als Füllstoffe zu betrachten.
Neben Holz ist Lehm der meist verbreitete und am längsten erprobte Baustoff der Welt.
Seit Menschengedenken wurden die Häuser aus den am Ort vorkommenden Materialien errichtet .Noch heute erkennt man oft in alten Dörfern die Lehmgruben, welche dann als Dorfteiche weiterbenutzt wurden. Jeder Bewohner entnahm sich seinen Baustoff aus der Grube; kostengünstig und jederzeit verfügbar. Meist wurde gemeinschaftlich gebaut.
Manchmal erinnern beim Erkunden alter Dörfer heute noch Straßennamen wie “Zur Lehmgrube“ oder „An der Lehmgrube“ an alte Zeiten.
Weltweit gibt es heute noch jahrhunderte alte, intakte Häuser.

 

Seine Eigenschaften
Lehm härtet durch die Verdunstung des Wassers aus. Fügt man wieder Wasser hinzu, so ist er wieder verwendbar. Kleine Schäden an Lehmoberflächen /-mauerwerk, etc. lassen sich somit leicht reparieren.
In unseren Breitengraden wird Lehm aufgrund seiner Wasserlöslichkeit vorwiegend als Innenbaustoff eingesetzt. Außen kann Lehm u.a. durch geeignete Putze oder Konstruktionen geschützt werden.

 

Raumklima
Lehm bietet einen guten Schall- und Trittschutz & speichert Wärme.
Durch die ausgezeichnete Wasserdampfaufnahme- u.- abgabefähigkeit liegt die relative Raumluftfeuchtigkeitskonstante um 50 %. Somit wird ein Austrocknen der Schleimhäute verhindert, Feinstaubbildung reduziert und damit Erkältungskrankheiten und Allergien vorgebeugt. Mit diesen Eigenschaften ist Lehm ein idealer Baustoff für Allergiker.

 

Wärmedämmung
Wer zu verschiedenen Jahreszeiten schon einmal in einem alten Lehmhaus war, der kennt die Vorzüge: im Sommer bleiben die Räume kühl, im Winter speichern sie die Ofenwärme.
Unter den heutigen Energiesparmaßnahmen ist die optimale Wärmeisolierung ein wichtiger Faktor. Im Lehmbau erreicht man entsprechende Werte durch den Einsatz von Leichtlehmelementen, denen als Zusatzstoffe Holzspäne, Blähprodukte, Hanf oder Stroh beigemischt sind.

Absorption
Durch sein Absorptionsverhalten nimmt er Gase auf und neutralisiert Schadstoffe aus der Raumluft.

 

Holzkonservierung
Diese Eigenschaft des Lehms beruht auf seiner Gleichgewichtsfeuchte von 4,5%. Da pflanzliche und tierische Schädlinge einen Wassergehalt von 8 bis 16% benötigen, wird ihnen durch Lehm die Lebensgrundlage entzogen. Aus diesem Grund findet man so viele alte Häuser, in denen das Holz in ausgezeichnetem Zustand ist.

zum Seitenanfang